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Was läuft schief bei den Öffentlich Rechtlichen?

Die Affäre um die ARD-Intendantin und RBB Chefin Patricia Schlesinger ist nur die Spitze des Eisbergs. Sie zeigt aber – und zwar in voller Blüte – das Problem des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks (ÖRR). Dieser ist mehr ein Staat im Staate geworden.

Der ÖRR in Deutschland ist der Größte auf der Welt und hat ein Jahresbudget von knapp 9 Milliarden Euro. Die Gehälter der Intendanten bewegen sich in mehreren Hunderttausend-Euro-Bereich (!). Viele Mitarbeiter & Redakteure verdienen sich auch eine goldene Nase. Fast die Hälfte der GEZ-Gebühren gehen inzwischen für die Gehälter und in die Rücklagen der späteren Pensionen auf. Vieles wird dann auch noch mit Werkverträgen & Co. umgangen – um noch mehr Profit zu generieren, so dass daraus richtige quasi-mafiöse Strukturen entstehen.

Das Paradebeispiel sind die Talkshows der ÖRR. Viele wissen es nicht aber die berühmten Talkshows, wie etwa ANNE WILL, werden gar nicht von der ARD selbst gemacht. Nein. Diese werden „outgesourced“ bspw. an die ANNE WILL GmbH, die dann im Auftrag der ARD eine Talkshow für die ARD „produziert“. Transparenz? Fehlanzeige! Ist aber in den letzten Jahren sowieso auch bei der Regierung voll in Mode gekommen (#Beraterverträge). Die Kosten für diese Talkshows bewegen sich bis hin zu 5000 Euro pro Minute (!). Nochmal – PRO MINUTE! Eine Talkshow, die an sich kaum Produktionskosten verursacht. Man braucht dafür:
1. ein Studio mit Kameras – hat die ARD mehr als genug;
2. ein paar Stühle;
3. vier bis fünf willige Gäste – Lauterbach (SPD) steht immer bereit, zur Not tut es auch Norbert Röttgen (CDU), der bei Anne Will sozusagen zum Inventar gehört;
4. ein heißes Thema – mittlerweile braucht man dafür nicht mal mehr eine Gegenseite, die würde nur noch stören, denn meistens sind sich alle Gäste – einschließlich der Moderatorin – über ein Thema sowieso einig;
5. einen Moderator der ein bisschen missioniert – ähm, pardon, moderiert.
Voila! Die Show kann beginnen. Talkshows sind sozusagen das billigste Format im Fernsehen.

Die Liste der Probleme beim ÖRR könnte ich beliebig so weiterführen und inzwischen ewig lang vortragen. Von manipulierten Bildern (unterschätzt niemals die Macht der Bilder!), gezieltem Framing und Story-Setting bzw. Nudging (haben wir alles bei Corona gesehen oder täglich jetzt beim „Klimawandel“), dem aufgedrängten (!) Gendern, der mittlerweile fast das Niveau der Körperverletzung erreicht, oder wenn es darum geht Fakten zu „checken“.

An der Stelle noch ein kurzer Exkurs: Fakten stimmen oder stimmen nicht. Die können nicht „ein bisschen stimmen“ oder „bedingt stimmen“. Das ist in etwa wie mit einer Schwangerschaft. Man ist schwanger oder nicht. Und oft wird eine Meinung als Fakt verkauft bzw. umgekehrt, eine Meinung wird nach den „Fakten gecheckt“. So wird viel mehr die „richtige Meinung/Haltung“ oder der richtige „Kontext“ untersucht, nicht die Fakten. Wenn ich beispielsweise sage: „Das Wetter gestern war schlecht“ – kann das für Menschen Unterschiedliches bedeuten. Da kann man keine Fakten prüfen. Viele vermeintliche Faktenchecker beim ÖRR sind daher vielmehr – ohne es selbst zu begreifen – zu kleinen „Ministerien für Wahrheit“ herangewachsen. Das ist übrigens brandgefährlich für unsere offene und demokratische Gesellschaft!

All die o.g. Methoden sind übrigens Methoden der Manipulation. Freilich finanziert mit Ihrem Geld. Dass dabei auch der Eindruck der Einseitigkeit entsteht, hat vielleicht auch was damit zu tun, dass mehr als 92% der Belegschaft beim ÖRR Grün-Rot-Rot wählt – so ergab zumindest die fast einzige Untersuchung/Umfrage bei den Volontären der ÖRR im Jahr 2020. Danach hat man sich nicht mehr getraut nachzufragen.

Dass bei so viel Macht & Geld irgendwann Größenwahn entsteht oder es zu Machtmisbrauch und Vetternwirtschaft kommt ist quasi naturgegeben. Zumal die sich ja nicht alle 4 Jahre zur Wahl stellen müssen oder überhaupt irgendwelcher Kontrolle unterliegen. Der vermeintliche Rundfunkrat ist sowieso mit Politikern und Menschen bestückt, die so miteinander verstrickt sind, dass die Kontrolle nur noch auf dem Papier steht. Da verweise ich nur auf den offensichtlichen Fall von Christine Strobl. Andere Verflechtungen sind vielleicht nicht so offensichtlich, aber die „Gesinnungs-Compliance“ ist auf jeden Fall gegeben. Hauptsache man macht das, was „dem Mainstream“ entspricht.

Immer mehr Journalisten der ÖRR predigen und missionieren statt informieren. Vor allem bei Corona haben wir dies sehr eklatant gesehen. Da war nichts mit kritisch hinterfragen. Der Bürger hat der Regierung zu folgen und wehe er macht da nicht mit. Dann kommen die ÖRR-Journalisten und spielen gerne schon mal den Ankläger & Richter in einem. Früher zu DDR-Zeiten musste man da aus der SED-Zentrale anrufen. Jetzt wird dies von allein gemacht. Gäbe es nicht die Journalisten der freien Wirtschaft hätten wir kaum noch Journalismus im Lande!

Bei solchen Gegebenheiten muss man sich gar nicht wundern, dass die Affäre rund um Schlesinger überhaupt von den “schlechten” Journalisten, die nicht vom ÖRR kommen, aufgedeckt worden ist. Die, die uns vermeintlich gar nicht gut informieren können und weshalb es den ÖRR überhaupt geben muss! Oh, die Ironie!

Man sieht was passiert wenn alle Kontrollmechanismen versagen und man, wie ich anfangs bereits geschrieben habe, so tief in einer Selbst-Illusion steckt, dass man ja der vermeintlich „Gute“ ist und der „Schützer der Demokratie“ sowieso.

Genau deswegen ist eine Reform des ÖRR MEHR als notwendig.

Eure Ulrike

Zu den Kosten der Talkshows:
https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/teure-talkrunden-kef-sieht-sparpotential-beim-personal/9546738-2.html
Gesinnung bei den ÖR:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1184876/umfrage/sonntagsfrage-ard-volontaere/
Schlesingers Affäre:
https://www.welt.de/kultur/medien/plus240349317/Rundfunk-RBB-ist-kein-Einzelfall-zum-Ruecktritt-von-Schlesinger.html

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Ulrike Schielke-Ziesing

Bundestagsabgeordnete

Demokratie lebt vom Streit, von der Diskussion um den richtigen Weg. Nichts ist alternativlos.

Ulrike Schielke-Ziesing

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